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MEDIZINISCHES CANNABIS - WAS IST DAS?

Medizinisches Cannabis ist eine Arzneimitteltherapie, die auf den Inhaltsstoffen der Hanfpflanze basiert. Die Wirkstoffe von medizinischem Cannabis sind Cannabinoide, von denen bisher über 100 identifiziert wurden. Die beiden wichtigsten sind THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). Medizinisches Cannabis ist in Deutschland seit März 2017 legal und kann auf Rezept verschrieben werden. Es gibt jedoch strenge Vorschriften, wer und in welchen Fällen medizinisches Cannabis verschrieben werden darf.

Indikationen für medizinisches Cannabis

In Deutschland ist medizinisches Cannabis für Patienten zugelassen, bei denen eine Standardtherapie keine ausreichende Linderung ihrer Symptome bietet. Die wichtigsten Indikationen für medizinisches Cannabis sind:

Schmerztherapie bei chronischen Schmerzen: Medizinisches Cannabis kann bei verschiedenen Arten von chronischen Schmerzen wie z.B. neuropathischen Schmerzen oder Krebsschmerzen eingesetzt werden. Eine Studie aus dem Jahr 2010 zeigte, dass eine Kombination von THC und CBD bei Patienten mit inoperablem Krebs und starken Schmerzen signifikant besser wirkte als ein Placebo. 1 Therapie von Spastiken bei Multipler Sklerose: Medizinisches Cannabis kann helfen, Spastiken bei Patienten mit Multipler Sklerose zu reduzieren. Eine Studie aus dem Jahr 2012 ergab, dass THC-haltiges Cannabis die Spastik bei Patienten signifikant reduzierte und die Lebensqualität verbesserte.

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Therapie von Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie: Medizinisches Cannabis kann Übelkeit und Erbrechen reduzieren, die durch die Chemotherapie verursacht werden. Eine Studie aus dem Jahr 2013 ergab, dass Cannabis bei Patienten mit Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen wirksam war.

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Therapie von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED): Medizinisches Cannabis kann auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa eingesetzt werden. Eine prospektive, placebokontrollierte Studie aus dem Jahr 2013 zeigte, dass Cannabis bei Patienten mit Morbus Crohn eine klinische Verbesserung bewirken konnte.

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Schlafstörungen: Medizinisches Cannabis kann auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa eingesetzt werden. Eine prospektive, placebokontrollierte Studie aus dem Jahr 2013 zeigte, dass Cannabis bei Patienten mit Morbus Crohn eine klinische Verbesserung bewirken konnte.

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Angststörungen: CBD-haltiges Cannabis kann auch bei Angststörungen eingesetzt werden. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2015 ergab, dass CBD eine vielversprechende Behandlungsoption für Angststörungen darstellt.

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Nebenwirkungen von medizinischem Cannabis

Wie bei jeder Arzneimitteltherapie können auch bei medizinischem Cannabis Nebenwirkungen auftreten.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind:
1. Müdigkeit und Schläfrigkeit
2. Schwindelgefühl
3. Veränderungen des Blutdrucks und des Herzrhythmus
4. Trockener Mund
5. Veränderungen der kognitiven Fähigkeiten, z.B. Gedächtnisprobleme oder Konzentrationsstörungen
6. Psychische Effekte wie Angst, Paranoia oder Halluzinationen

Wie wird medizinisches Cannabis verabreicht

Medizinisches Cannabis kann auf verschiedene Arten verabreicht werden.
Die häufigsten sind:

1. Rauchen oder Verdampfen:
Diese Methoden ermöglichen eine schnelle Wirkung und eine präzise Dosierung. Allerdings können sie auch zu Atemwegsirritationen führen.

2. Öle oder Tinkturen:
Diese Methode wird oral eingenommen und ermöglicht eine präzise Dosierung. Die Wirkung setzt allerdings verzögert ein.

3. Kapseln:
Kapseln ermöglichen eine präzise Dosierung und eine einfache Anwendung. Allerdings kann die Wirkung ebenfalls verzögert eintreten.

4. Transdermale Pflaster:
Diese Methode ermöglicht eine konstante Freisetzung von Cannabis-Wirkstoffen über einen längeren Zeitraum.

5. Suppositorien:
Diese Methode wird rektal angewendet und ermöglicht eine schnelle Wirkung.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Wahl der Verabreichungsmethode von verschiedenen Faktoren abhängt, wie z.B. der Art der Erkrankung und den individuellen Bedürfnissen des Patienten.

Medizinisches Cannabis ist eine vielversprechende Therapieoption für verschiedene Erkrankungen, bei denen eine Standardtherapie keine ausreichende Linderung bietet. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass medizinisches Cannabis wie jedes Arzneimittel auch Nebenwirkungen haben kann und eine präzise Dosierung und Wahl der Verabreichungs- methode wichtig ist. In jedem Fall sollte medizinisches Cannabis nur unter ärztlicher Aufsicht und nach einer sorgfältigen Abwägung der Risiken und Nutzen eingesetzt werden.

Es gibt eine wachsende Zahl von Studien, die die Wirksamkeit von medizinischem Cannabis bei verschiedenen Erkrankungen untersuchen. Hier sind einige Beispiele:

1. Chronische Schmerzen: Eine systematische Überprüfung von 28 randomisierten kontrollierten Studien ergab, dass medizinisches Cannabis bei chronischen Schmerzen eine signifikante Schmerzlinderung bewirken kann (Whiting et al., 2015).
2. Multiple Sklerose: Mehrere Studien haben gezeigt, dass medizinisches Cannabis bei der Behandlung von Spastik und Schmerzen bei Patienten mit Multipler Sklerose wirksam sein kann (Rog et al., 2005; Koppel et al., 2014).
3. Übelkeit und Erbrechen: Eine systematische Überprüfung von 30 randomisierten kontrollierten Studien ergab, dass medizinisches Cannabis bei der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, insbesondere bei Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen, wirksam sein kann (Smith et al., 2015).
4. Posttraumatische Belastungsstörung: Eine Studie mit 10 Patienten ergab, dass medizinisches Cannabis die Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung, wie z.B. Angst und Schlafstörungen, reduzieren kann (Greer et al., 2014).
5. Epilepsie: Eine randomisierte kontrollierte Studie ergab, dass eine Cannabidiol-haltige Lösung bei Patienten mit schwerer Epilepsie zu einer signifikanten Reduktion der Anfallshäufigkeit führen kann (Devinsky et al., 2017).

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass weitere Studien erforderlich sind, um die Wirksamkeit von medizinischem Cannabis bei verschiedenen Erkrankungen zu bestätigen und die optimale Dosierung und Verabreichungsmethode zu ermitteln.

Cannabis ist eine Pflanze, die seit Jahrtausenden von Menschen genutzt wird, sowohl medizinisch als auch als Freizeitdroge. In den letzten Jahren haben sich die rechtlichen und politischen Rahmen-bedingungen für Cannabis jedoch verändert, und es gibt eine wachsende Debatte darüber, wie es reguliert und genutzt werden sollte. In diesem Artikel werden wir uns auf die Wirkungsweisen von Cannabis konzentrieren und dabei sowohl auf die positiven als auch auf die negativen Auswirkungen eingehen.

Cannabis und das Endocannabinoid-System:
Cannabis wirkt auf das Endocannabinoid-System (ECS) des Körpers. Das ECS ist ein komplexes Netzwerk von Rezeptoren und Botenstoffen, das eine wichtige Rolle bei der Regulation von verschiedenen körperlichen Prozessen spielt, einschließlich Appetit, Schmerzempfindung, Stimmung und Schlaf. Cannabis enthält Verbindungen, die als Cannabinoide bekannt sind, darunter Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), die mit dem ECS interagieren.

Wirkungsweisen von THC:
THC ist das Cannabinoid, das die meisten psychoaktiven Wirkungen von Cannabis verursacht. Es bindet an CB1-Rezeptoren im Gehirn und löst eine Freisetzung von Dopamin aus, was zu einem Gefühl von Euphorie und Entspannung führt. THC kann auch die Schmerz-empfindung verringern und Übelkeit lindern. Allerdings kann ein hoher THC-Gehalt in Cannabis auch unerwünschte Nebenwirkungen wie Paranoia, Angstzustände und Gedächtnisprobleme verursachen. THC ist das psychoaktive Cannabinoid, das die meisten Auswirkungen auf das Gehirn hat. Es bindet an die CB1-Rezeptoren im Gehirn und beeinflusst die Freisetzung von Neurotransmittern wie Dopamin und Serotonin. Dies kann zu einer Veränderung der Wahrnehmung, der Stimmung, des Gedächtnisses und der Koordination führen.

Studien haben gezeigt, dass THC auch Schmerzen lindern kann. Eine Studie aus dem Jahr 2018 untersuchte die Auswirkungen von THC auf chronische Schmerzen bei Patienten mit Multipler Sklerose. Die Studie ergab, dass THC die Schmerzen signifikant linderte und die Lebensqualität der Patienten verbesserte. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2019 untersuchte die Auswirkungen von THC auf neuropathische Schmerzen. Die Ergebnisse zeigten, dass THC die Schmerzen signifikant linderte und die Lebensqualität der Patienten verbesserte.

Wirkungsweisen von CBD:
CBD hat keine psychoaktiven Wirkungen wie THC und bindet nicht an CB1-Rezeptoren. Stattdessen interagiert es mit anderen Rezeptoren im Körper, einschließlich des Serotonin-Rezeptors 5-HT1A und des Vanilloid-Rezeptors TRPV1. Dies kann zur Linderung von Schmerzen, Angstzuständen und Entzündungen beitragen. Eine Studie aus dem Jahr 2018 untersuchte die Auswirkungen von CBD auf Epilepsie. Die Studie ergab, dass CBD die Anzahl der Anfälle bei Patienten mit schwerer Epilepsie signifikant reduzierte. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2020 untersuchte die Auswirkungen von CBD auf Angstzustände. Die Ergebnisse zeigten, dass CBD die Symptome von Angstzuständen signifikant linderte.

Kombination von THC und CBD:
Die Kombination von THC und CBD kann in einigen Fällen eine bessere Wirkung erzielen als die Verwendung eines Cannabinoids allein. Eine Studie aus dem Jahr 2010 untersuchte die Auswirkungen von THC und CBD auf Schmerzen bei Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung. Die Ergebnisse zeigten, dass die Kombination von THC und CBD signifikant effektiver war als THC allein. Insgesamt zeigen Studien, dass Cannabis und seine Cannabinoide eine Vielzahl von medizinischen Anwendungen haben können, einschließlich der Linderung von Schmerzen, Entzündungen, Angstzuständen und Epilepsie. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Konsum von Cannabis auch mit Risiken verbunden sein kann.

Quellen 

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